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Risikohinweise für volatile Märkte
Positionsgrößen, Korrelation und der richtige Umgang mit Drawdowns, wenn sich die Bedingungen ändern.
2026-07-20 · Risiko-Team
Volatilitätsregime ändern sich. Was im letzten Quartal funktionierte, lässt sich nicht zwangsläufig auf das nächste übertragen. Eine Strategie, die in einem Umfeld niedriger Volatilität stetige Erträge lieferte, kann plötzlich zum schnellsten Weg werden, Gewinne wieder abzugeben, sobald sich die realisierten Handelsspannen verdoppeln oder verdreifachen. Der erste Schritt im Umgang mit solchen Verschiebungen besteht darin zu erkennen, dass nicht die Volatilität selbst der Feind ist, sondern eine unpassende Positionsgröße.
Wir beginnen jede Risikoprüfung mit einer einfachen Frage: Würde derselbe Trade noch Sinn ergeben, wenn sich die durchschnittliche Tagesspanne um vierzig Prozent ausweiten würde? Lautet die Antwort Nein, ist die Position wahrscheinlich zu groß. Das Exposure zu reduzieren, bevor der Markt einen dazu zwingt, bewahrt sowohl das Kapital als auch die Fähigkeit, später entschlossen zu handeln.
Korrelation ist die zweite Säule. In Stressphasen können sich Vermögenswerte, die zuvor unabhängig voneinander erschienen, im Gleichschritt bewegen. Ein Portfolio, das auf dem Papier diversifiziert aussah, kann innerhalb einer einzigen Handelssitzung eine verborgene Überschneidung offenbaren. Wir verfolgen die gleitenden Korrelationen der von unseren Kunden meistgehandelten Instrumente und schlagen Alarm, wenn zuvor gering korrelierte Paare beginnen, sich anzunähern.
Die Drawdown-Planung vervollständigt das Bild. Jeder Trader rechnet theoretisch mit Drawdowns, doch viele reagieren schlecht, wenn diese tatsächlich eintreten. Wer den maximal akzeptablen Verlust je Strategie, Tag und Woche festlegt, bevor der Verlust entsteht, nimmt der Entscheidung die Emotion. Trader, die volatile Phasen überstehen, haben in der Regel vorab entschieden, was sie bereit waren zu verlieren.
Schließlich empfehlen wir, volatilitätsbereinigte Renditen zu betrachten statt des nominalen Gewinns oder Verlusts. Eine Rendite von zwanzig Prozent, die mit ruhigen, kontrollierten Drawdowns erzielt wurde, unterscheidet sich stark von derselben Rendite, die durch überdimensionierte, glückliche Positionen zustande kam. Erstere lässt sich wiederholen, Letztere fast nie.